"Er sah und glaubte"   (Joh 20,8)

 


Samstag, 12. April 2008 09:37

Gerade heute können wir davon ausgehen, dass Jesus, wenn er vom Sterben spricht, nicht den leiblichen Tod meint. Wir können heute anders als die Jünger vor dem leeren Grab damals, wissen, dass nichts wirklich vergeht, dass alle Materie und alles Leben sich nur wandeln. Ein Leben nach dem leiblichen Tod ist heute keine Sensation mehr, sondern auch naturwissenschaftliche Erkenntnis. Die Frage ist vielmehr, wohin wir auferstehen. Welche Art Jenseits ist das Jenseits, von dem er sagt: "Kein Auge hat je gesehen, kein Ohr gehört, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben" Zweifellos müssen wir heute auch aus naturwissenschaftlicher Sicht davon ausgehen, dass es viele Orte des Jenseits gibt. Jesus wird es um dieses eine, ganz andere Jenseits beim Vater gegangen sein, der Himmel. in dem er zu Hause ist und uns eine Wohnung bereitet.  

Wenn er uns diese kostbare Reliquie über Jahrtausende hinweg bewahrt hat und gerade jetzt wiederentdecken lässt, dann wohl deshalb, weil wir den Schleier erst heute mit seinem ganzen, wunderbaren Zeugnis für das Leben erkennen können. Der Schleier ist ein ganz ungewöhnlicher Zeuge für die Existenz eines autarken Geistes, der sich gerade auch in unserer Leibhaftigkeit in aller Freiheit und Souveränität jedweder Materie bedient. Da Gott Liebe ist, geschieht dies aber stets auf eine behutsame, sachgemäße und auch unsere Freiheit respektierende Weise. 

Auch der seelische Tod den Jesus meint, kann nicht Tod im Sinne einer vollkommenen Nichtexistenz meinen.  Vielmehr ist es ein sich selber unfähig machen des geschöpflichen Geistes,  mit Gottes Geist der Liebe dauerhaft in  Resonanz zu  treten. Auch die Konsequenzen davon können wir zuende denken: Wir werden eben gewiß auch dann leben, aber wo und wie? Wir dürfen heute ebenso davon ausgehen, dass es in parallelen Universen und Dimensionen viel Platz  für ein Leben in solcher Unfähigkeit gibt.  Wir tragen also hier Verantwortung dafür, wo wir weiterleben werden, da wir auf jeden Fall weiterleben werden. 

Diese Antlitzreliquie kann die Freiheit des Geistes auf' s Neue und tiefer bewusst machen. Sie verweist auf unsere große Verantwortung in eben dieser Freiheit unser Leben in Resonanz zu Gottes Liebe zu bewahren und  gestalten.  
                    

 

 

 
 

 

 

 

 

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© Elisabeth Schlömer

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